Wissenswert

Warum ein Gebäude zertifizieren lassen?
Durch eine offizielle Zertifizierung wird das Bauprojekt von einer unabhängigen, kompetenten und sehr erfahrenen Institution auf seine Qualität geprüft. Die Zertifizierungsgebühren sind im Vergleich zur Leistung tief und die Prüfung wird von Minergie erheblich querfinanziert. Erfahrungsgemäss würden die wenigsten nicht zertifizierten Häuser, die dem Standard zu genügen scheinen auch tatsächlich unseren Qualitätsanforderungen genügen.

Übergangsphase zu Gebäudestandards 2017
Bis am 30. Juni 2017 können Minergie-Anträge nach den bis Ende 2016 geltenden Reglementen ohne Begründung eingereicht werden. 

Mit Begründung können bis zum 31. Dezember 2017 Minergie-Anträge nach den bis Ende 2016 geltenden Reglementen eingereicht werden. Dafür muss vorgängig, also bis am 30. Juni 2017, eine Email an die zuständige Minergie-Zertifizierungsstelle gesandt werden. Für eine Verlängerung muss kurz bestätigt werden, dass mit der Planung bereits vor dem 1. Januar 2017 begonnen wurde.

Ab dem 1. Januar 2018 können Projekte nur noch nach dem neuen Minergie Reglement (Stand 2017) eingereicht werden. Härte- und Ausnahmefälle werden von der zuständigen Zertifizierungsstelle an die Minergie-Geschäftsstelle weiter geleitet.

Weshalb immer eine Lüftung bei Minergie?
Bei einer dichten Gebäudehülle ist eine systematische Lufterneuerung unverzichtbar, um anfallende Feuchte und Schadstoffe abzuführen. Sinnvollerweise erfolgt diese Lufterneuerung mit Rückgewinnung von Wärme aus der abgeführten Luft. Die Kombination von dichter, gut gedämmter Hülle und mechanischer Lüftung schafft zudem gute Komfortverhältnisse.

  • Gute, frische Luft ist das wichtigste Argument für eine Komfortlüftung.
  • Die Vermeidung von Schimmel schützt Gebäude und Gesundheit.
  • Die Wohnräume sind vor Lärm geschützt, ohne Verzicht auf frische Luft. Dieser zusätzliche Schutz bedeutet besonders an lärmgeplagten Lagen grosse Vorteile: Die Vermietbarkeit respektive der Eigennutzwert eines Wohnhauses wird verbessert.
  • Der Wärmetauscher im Lüftungsgerät garantiert, dass auch ursprünglich kalte Luft vorgewärmt in die Wohnräume strömt. Während warmen Perioden im Sommer lässt sich dieser Tauscher umgehen.
  • Der Bezug zur Umgebung bleibt gewahrt. Denn die Fenster können bedenkenlos geöffnet werden, sei es im Frühjahr beim ersten Vogelgezwitscher oder zur Nachtauskühlung im Sommer.
  • Eine bedarfsgerechte Steuerung der Lüftung stellt sicher, dass die Luft im Winter trotz permanenter Frischluftzufuhr nicht zu trocken wird.

Darf man bei Minergie die Fenster öffnen?
Aber natürlich! Bei Minergie lassen sich die Fenster öffnen! Die Komfortlüftung stellt sicher, dass dem Innenraum jederzeit genügend Frischluft zugeführt wird. Im Winter sollte darum nicht über die Fenster gelüftet werden, schon gar nicht mit ständig gekippten Fenstern. Wenn Sie aber Lust verspüren, die Fenster weit aufzureissen, dann tun Sie das. Im Sommer empfiehlt es sich ausserdem, das Gebäude nachts mit offenen Fenstern auszukühlen.

Denken Sie frühzeitig an die finanzielle Förderung
In den meisten Kantonen werden Sanierungen nach Minergie und Neubauten nach Minergie-P und/oder Minergie-A finanziell gefördert. Siehe auch Förderung durch
Das Gebäudeprogramm. Weitere Infos finden Sie bei den kantonalen Energiefachstellen. Wichtig: Meist muss der Förderantrag vor Baubeginn erfolgen!

Minergie als Vereinfachung in der Baubewilligung
Ein Minergie-Zertifikat gilt in den meisten Kantonen auch als Energienachweis. Auf die Einreichung der entsprechenden EN-Formulare kann verzichtet werden. Weitere Infos finden Sie bei den kantonalen Energiefachstellen.

Gültigkeit der Minergie-Zertifikate
Das provisorische Minergie Zertifikat ist drei Jahre gültig. In begründeten Fällen kann die zuständige Zertifizierungsstelle eine Fristverlängerung um zwei Jahre gewähren.

Das definitive Minergie Zertifikat enthält die Version des Standards, nach dem das Gebäude zertifiziert wurde. Sofern am Gebäude keine energetisch relevanten Änderungen vorgenommen werden, ist das Zertifikat unter Angabe der Version des Standards unbeschränkt gültig. Massgebend für die Gültigkeit ist zudem der Eintrag in der Minergie-Gebäudeliste. Ohne Aufführung in der online verfügbaren Liste gilt ein Gebäude nicht als Minergie-zertifiziert.

Minergie ist gut für die heimische Wirtschaft
Von einer verbesserten Bauweise profitiert das einheimische Gewerbe. Die bei den Energiekosten eingesparten Gelder sind in der Bausubstanz gut angelegt. Sie sind dort über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes respektive der Installationen kostenwirksam. Bei erneuerbaren Energien ist die regionale Wertschöpfung viel höher als bei importierten fossilen Brennstoffen. Verbesserte Bauweisen fördern auch Innovationen in der Bau- und Haustechnik.

GEAK-Plus und Minergie
GEAK und Minergie ergänzen sich sehr gut. Das Ziel des GEAK-Plus besteht darin, für die Thematik Energie im Gebäude zu sensibilisieren, für Erneuerungen zu motivieren und zweckmässige Vorgehensweisen zu konsistenten und sinnvollen Erneuerungen aufzuzeigen. Er wird damit zum Wegbereiter von Minergie-Modernisierungen. Sanierungsprojekte sollten anschliessend mit einem Minergie-Zertifikat ausgezeichnet werden. Denn mit der Vorgabe eines Minergie-Standards ist eine Qualitätsprüfung verbunden, die in hohem Masse sicherstellt, dass die energetischen und qualitativen Ziele auch wirklich erfüllt werden. 

Statistik

Anzahl der nach einem Minergie-Standard zertifizierten Gebäude:

StandardOhne ECO-ZusatzMit ECO-ZusatzTotal
Minergie3675046737217
Minergie-P32247023926
Minergie-A530177707
Total40504134641850

(Stand 30. September 2016)

Glossar