Der Weg zum Zertifikat

  1. Die Fachplaner wählen gemeinsam mit den Bauherren den geeigneten Minergie-Standard und entwickeln ein entsprechendes Vorprojekt. Der Antragsteller reicht den Antrag bei der zuständigen Minergie-Zertifizierungsstelle ein, in Papierform und via Minergie-Online Plattform (MOP).
  2. Die Minergie-Zertifizierungsstelle prüft den Antrag und kann Fragen oder Nachforderungen stellen. Sobald sämtliche Anforderungen erfüllt sind, wird das provisorische Zertifikat ausgestellt. Es dient der Planungssicherheit und kann werbetechnisch verwendet werden: Das Projekt darf nun als Minergie-Gebäude bezeichnet werden.
  3. Das Gebäude wird erstellt. Falls gewünscht, können die Minergie-relevanten Aspekte mittels MQS Bau überprüft werden.
  4. Sobald das Gebäude ordentlich in Betrieb gesetzt wurde, reichen die Antragstellenden die Unterlagen für die Baubestätigung ein. Sie melden der Zertifizierungsstelle somit den Abschluss der Baumassnahmen sowie deren planungskonforme Realisierung. Die Fachleute übernehmen damit die Verantwortung.
  5. Die Zertifizierungsstelle prüft die eingereichten Unterlagen und führt bei jedem fünften Projekt eine Stichprobenkontrolle durch, allenfalls auch schon während der Bauphase. Anschliessend wird das definitive Zertifikat ausgehändigt. Ein definitives Zertifikat mit Labelnummer garantiert ein Minergie-Haus. Eine anschliessende Optimierung der Haustechnik mit MQS Betrieb ergänzt die Minergie-Qualitätskontrolle in idealer Weise.

In Etappen sanieren

Seit Anfang 2016 testet Minergie fünf Systemlösungen für einfache, aber hochwertige energetische Gebäudeerneuerungen.

Die fünf Systemlösungen kombinieren Massnahmen an der Gebäudehülle, der Wärmeerzeugung und der steuerbaren Lufterneuerung. Durch sinnvolle Kombinationen können unterschiedliche Mindestanforderungen gestellt werden. Je tiefer die U-Werte der Gebäudehülle, desto offener ist man in der Wahl der Wärmeerzeugung. Eine effiziente Wärmeerzeugung eröffnet im Gegenzug Freiheitsgrade, so z.B. dass eine bestehende Fassade nicht gedämmt werden muss.

Die einzelnen Lösungen nehmen Rücksicht auf den individuellen Gebäudebestand und bereits vorgenommene Erneuerungen. Ihre Vorteile:

  • Aufeinander abgestimmte Massnahmen an Gebäudehülle und Haustechnik
  • Die Investitionen erfolgen zielgerichtet
  • Eine etappierte Realisation über max. fünf Jahre ist möglich
  • Hohe Qualität dank Minergie-Zertifizierung

Möchten Sie mit Ihrem Pilotprojekt von unserer umfassenden Beratung und Betreuung profitieren?

Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme: systemerneuerung@minergie.ch. Mehr Informationen bietet der Flyer zur Minergie-Erneuerung mit Systemlösungen:

Die Minergie-Online-Plattform (MOP)

Die Anträge aller Minergie-Gebäudestandards werden online eingereicht. Mit der Einführung der MOP im Jahre 2011 hat sich der Minergie-Zertifizierungsprozess stark vereinfacht, beschleunigt und er wurde transparenter.

Die MOP dient der lückenlosen Dokumentation Ihres Minergie-Projekts und wird zur Kommunikation mit der zuständigen Minergie-Zertifizierungsstelle verwendet. Vor der erstmaligen Verwendung werden Ihre Nutzerdaten erfasst; eine Anleitung für die MOP findet sich auf der Einstiegsseite der MOP.

Gemeinde-Login
Neu bietet Minergie den Gemeinden ebenfalls einen Zugang an. Ziel ist, dass die Gemeindeverwaltungen die in ihrer Gemeinde geplanten und realisierten Minergie-Gebäude sehen und analysieren können. Ebenfalls soll die Zusammenarbeit zwischen Zertifizierungsstelle und Gemeinde erleichtert werden. Interessierte Gemeinden erhalten nach schriftlicher Anmeldung Zugriff auf die Plattform. So haben sie Einsicht in die Minergie-Projekte ihres Zuständigkeitsbereichs.

Weitere Infos zum Gemeinde-Zugang und Anmeldeformular:

Leistungsgarantien

Das Bundesamt für Energie stellt Grundlagen für die Planung, den Einbau und die Inbetriebnahme hochwertiger Haustechnikanlagen zur Verfügung:

  1. Anlage dimensionieren: Für die einzelnen haustechnischen Anlagen ist eine Dimensionierungshilfe mit Berechnungsformeln und Beispielen verfügbar.
  2. Leistungsgarantie vereinbaren: Die Leistungsgarantie wird zwischen der Installations- respektive der Planungsfirma und der Bauherrschaft vereinbart. Die Bauherrschaft erhält damit die Garantie für eine gute Ausführungsqualität der Anlage.
  3. Abnahmeprotokoll erstellen: Nach Fertigstellung der Anlage ist von der Installations- und Planungsfirma ein Abnahmeprotokoll auszufüllen und der Bauherrschaft zu übergeben. Für Komfortlüftungen ist eine entsprechende Vorlage in den Unterlagen enthalten.