Häufige Fragen

Allgemein

    Nachweis: Wo finde ich die aktuellen MINERGIE®-Nachweis- und Antragsformulare?
    Unter www.minergie.ch → Dokumente & Tools können sämtliche Dokumente heruntergeladen werden.
    Grenzwerte: Wo finde ich die aktuellen MINERGIE®-Grenzwerte und wichtige Infos zum MINERGIE®-Label?
    Beispiele: Wo finde ich Beispiele (Fotos) von MINERGIE®-Bauten?
    In der Gebäudeliste sind diverse Beispiele zu MINERGIE®-Bauten zu finden.
    Finanzielle Unterstützung: Werden MINERGIE®-Bauten von Bund oder Kanton finanziell unterstützt?

    Einige Kantone gewähren Finanzhilfen an Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien sowie Gebäude und Anlagen, die Effizienz-Kriterien erfüllen. Zu diesen Kriterien zählen eine vorbildliche Bausubstanz, Dämmstärke und Dichtigkeit der Bauhülle, kontrollierte Lufterneuerung, MINERGIE®-Standard, etc.

    Unter www.minergie.ch / Service / Finanzhilfen sind weitere Informationen zu finden.

    Günstige Finanzierung: Welche Banken unterstützen die Finanzierung von MINERGIE®-Bauten?

    Für MINERGIE®-Bauten und MINERGIE®-Sanierungen gewähren gewisse Banken Hypotheken zu Vorzugsbedingungen. Typische Angebote heissen «Öko-Kredite», «MINERGIE®-Hypothek» oder «Umweltdarlehen». Unter: www.minergie.ch / Service / Finanzhilfen sind weitere Informationen zu finden.

    Ist der Einbau einer Katzentüre in einem MINERGIE® -Haus oder –wohnung zulässig?

    MINERGIE® verbietet den Einbau einer Katzentüre nicht, verweist aber darauf, die Platzierung sich gut zu Überlegen. Der MINERGIE®-Standard setzt eine gute und dichte Gebäudehülle voraus. Damit in den Heizmonaten der Komfort und Vorteil dieser guten Hüllen durch das Öffnen der Fenster zu Lüftungszwecken nicht zunichte gemacht wird, sorgt eine Komfortlüftung für kontinuierlichen Frischluftersatz. Damit diese qualitativ gute und dichte Hülle ihre Vorteile behält, dürfen nicht unnötig viele Durchdringungen gemacht werden. Sollten trotzdem solche notwendig sein, sind diese dicht auszuführen. Eine Katzentüre wird jedoch nicht ganz dicht sein und im Verlaufe der Zeit noch undichter werden. Dies hat zur Folge, dass sich über diese Leckage in der Gebäudehülle Zuglufterscheinungen einstellen können, welche sich negativ auf den Komfort auswirken. Es empfiehlt sich für die Position der Katzentüre einen Standort zu suchen, bei welchem man nicht vom beheizten (Wohn-)Raum direkt nach draussen gelangt, sondern zuerst in eine Pufferzone, z.B. unbeheizte Räume. Mit dieser Massnahme wird die Einwirkung der Undichtigkeit gemindert.

Architektur, Gebäudehülle, SIA380/1

    Norm SIA 380/1: Wo finde ich Informationen zur Berechnung des Heizwärmebedarfes gemäss der Norm SIA 380/1?
    Heizwärmebedarf: Welche EDV-Programme sind für die Berechnung des Heizwärmebedarfes zugelassen?
    Unter www.energie-schweiz.ch → Dienstleistungen → Planungswerkzeuge und Vollzugshilfen gibt es eine Liste (PDF) sämtlicher zertifizierter EDV-Programme.
    Bauteil-U-Werte: Müssen bei einem MINERGIE®-Gebäude zwingend alle Bauteil-U-Werte 0.15 W/m2K betragen?
    Nein. Es ist jedoch energetisch sinnvoll, wenn die U-Werte sich in diesem Grössenbereich befinden oder noch tiefer sind. Anbieter von Dach- und Wandkonstruktionen können ihre Produkte als MINERGIE®-Modul zertifizieren lassen. In diesem Fall müssen die Konstruktionen einen U-Wert von ≤ 0.15 W/m2K erfüllen.
    Fenster: Müssen zum Erreichen des MINERGIE®-Standards auch MINERGIE®-Fenster verwendet werden?
    Ein Gebäude braucht zum Erreichen des MINERGIE®-Standards für das Gesamtgebäude nicht zwingend mit Fenstern ausgerüstet zu sein, welche die Anforderungen an das MINERGIE®-Modul Fenster erfüllen. Gegenteilige Aussagen wären irreführend und falsch.
    Schadstoffe: Wie sieht es hinsichtlich von schadstofffreien Baumaterialien aus? Gibt es von Seite MINERGIE® diesbezüglich Anforderungen?
    Der MINERGIE®- und der MINERGIE-P®-Standard stellen energetische Anforderungen an ein Gebäude. Im Standard MINERGIE-ECO® bzw. MINERGIE-P-ECO® müssen die Gebäude auch ökologische Anforderungen erfüllen. Der ECO-Standard kann jedoch nur zusätzlich zu einem der beiden energetischen Standards MINERGIE® und MINERGIE-P® zertifiziert werden. Weitere Informationen zu MINERGIE-ECO® finden Sie hier.
    Graue Energie: Wird die Energiebilanz bei der Wahl der Baumaterialien berücksichtigt? (insbesondere Wärmedämmung?)
    In den Standards MINERGIE® und MINERGIE-P® wird die Graue Energie der eingesetzten Baustoffe nicht berücksichtigt. Ökologische Gesichtspunkte definieren jedoch den Standard MINERGIE-ECO®. Weitere Informationen finden Sie hier.

Beleuchtung (Haustechnik)

    Beleuchtungsnachweis: Beim welchen Gebäudekategorien muss ein Beleuchtungsnachweis erbracht werden?
    Für die folgenden Gebäudekategorien muss ein Beleuchtungsnachweis erbracht werden:
    • Verwaltung
    • Schulen
    • Verkauf
    • Restaurants
    • Versammlungslokale
    • Spitäler
    • Industrie
    • Lager
    • Sportbauten
    • Hallenbäder
    Beleuchtungsanforderung: Welche Anforderungen werden an die Beleuchtung gestellt?
    Die Anforderung für den MINERGIE®-Standard ist erfüllt, wenn der Zielwert von SIA 380/4 um max.1/4 der Differenz zwischen Grenz- und Zielwert überschritten wird.

    Diese Anforderung muss für die Kategorien III bis XII erfüllt werden, ausser wenn:

    • die Beleuchtung weniger als 15 Jahre alt ist (Sanierung), oder
    • die Beleuchtung nicht der Bauherrschaft, sondern der Mieterschaft gehört (Neubau und Sanierung)
    Berechnungshilfsmittel: Welche Hilfsmittel stehen zur Berechnung der Beleuchtung zur Verfügung?
    Der Nachweis ist gemäss dem Anwendungsinstrument zu SIA 380/4 zu erbringen.
    Info Beleuchtung: Wo finde ich Informationen über energieeffiziente Beleuchtung?

Heizung (Haustechnik)

    Energieträger: Sind die Bauträgerschaft und die Planenden von MINERGIE®-Gebäuden grundsätzlich in der Wahl des Energieträgers frei?
    Ja. MINERGIE® lässt die Wahl des Energieträgers frei.
    Wärmepumpen: Welche Jahresarbeitszahlen (JAZ) dürfen für Wärmepumpenlösungen eingesetzt werden?
    Sämtliche Nutzungsgrade und Gewichtungen sind dem Nutzungsreglement 2009 (Seite 15) zu entnehmen. Werden bessere Werte eingesetzt, müssen diese in einer beigelegten Berechnung nachgewiesen werden.

    Unter www.minergie.ch → Dokumente & Tools → MINERGIE® kann das Reglement heruntergeladen werden.

    Holzheizung: Wie wird eine Holzheizung berücksichtigt?
    Der Nutzungsgrad für Holz beträgt 75% und die Gewichtung 0.5. Auf 1. Januar 2010 wird die Gewichtung auf 0.7 heraufgesetzt werden.
    Kondensationskessel: Welcher Jahresnutzungsgrad kann bei kondensierenden Gaskesseln eingesetzt werden?
    Der Nutzungsgrad von kondensierenden Gaskesseln beträgt für die Heizung 95% und für WW 92%, die Gewichtung ist 1.0.

Lüftung (Haustechnik)

    Lüftungsanlage: Muss zum Erreichen des MINERGIE®-Standards zwingend eine Lüftungsanlage installiert werden?
    Die hohe Dichtigkeit der Bauten setzt für alle Gebäudekategorien eine kontrollierbare, für den Komfort notwendige Aussenluftzufuhr, mit oder ohne Wärmerückgewinnung, voraus. Unkontrollierte (manuelle) Fensterlüftung genügt dem MINERGIE®-Standard nicht. Ausnahmen:
    • Bei den Kategorien IX Industrie und X Lager (Neubau und Bauten vor 1990) wird keine Lüftungsanlage vorausgesetzt. Wird jedoch eine Lüftungsanlage für die Frischluftzufuhr installiert, muss der Stromverbrauch in den MINERGIE®-Grenzwert eingerechnet werden.
    • Bei Bauten vor 1990 der Kategorien III Verwaltung, IV Schulen, V Verkauf, VII Versammlung und XI Sportbauten ist eine kontrollierbare Frischluftzufuhr keine Voraussetzung, sie wird lediglich empfohlen.
    Unterhalt: Wie sieht der Unterhalt einer Lüftungsanlage aus ?
    Der Unterhalt einer Lüftungsanlage gestaltet sich ähnlich wie bei anderen haustechnischen Anlagen. So müssen beispielsweise die Filter der Anlage regelmässig gewechselt resp. gewartet werden. Die Reinigungsintervalle sind abhängig von der Lüftungsanlage und können mitunter sehr unterschiedlich sein. Empfohlene Kontrollintervalle sind:
    • Jährlich – Wärmetauscher, Kondensatablauf, Aussenluftgitter
    • Alle 2 Jahre – Ventilatoren, Schacht bei Lufterdregister, Fortluftgitter
    • Alle 5 Jahre – Luftleitungen, Lufterdregister
    Lieferanten: Wo finde ich Informationen über Lieferanten und Hersteller von Lüftungsanlagen und -geräten?
    Im Adressportal finden Sie kompetente MINERGIE®-Fachpartner u.a. auch aus dem Bereich der Wohnungslüftung. Unter www.energie.zh.ch findet sich ein Verzeichnis der Anbieter von Wohnungslüftungen.
    Luftdichtigkeit: Welche Firmen bieten Luftdichtigkeitsmessungen an?
    Hier finden Sie eine Auflistung.
    Trockene Luft in MINERGIE-Bauten – was tun?

    Immer wieder erreichen uns Beschwerden von Hausbewohnern wegen zu trockener Luft in ihrem MINERGIE-Gebäude – insbesondere, wenn die Aussentemperaturen unter den Gefrierpunkt sinken. In manchen Fällen können die folgenden Tipps Abhilfe schaffen:

     

    • Achten Sie darauf, dass die Räume nicht überheizt werden. Mit steigender Raumtemperatur sinkt die relative Luftfeuchte.
    • Stellen Sie sicher, dass die Lüftung nicht zu stark eingestellt ist (niedrigste Stufe). Das «Aufdrehen» der Lüftung ist nur sinnvoll, wenn ein stärkerer Luftaustausch gewünscht wird, weil sich beispielsweise viele Personen in einem Raum aufhalten oder Essensgerüche (Fondue!) schnell abtransportiert werden sollen.
    • Die Luftfeuchtigkeit in den Räumlichkeiten kann erhöht werden, wenn Sie Pflanzen aufstellen oder Wäsche in der Wohnung/im Haus zum Trocknen aufhängen (eine Überwachung mit Hygrometer wird empfohlen)
    • Eventuell ist der Betrieb eines Luftbefeuchters sinnvoll. Beachten Sie dazu die Tipps im «BAG-Merkblatt Luftbefeuchter».

     

    Die richtige Luftfeuchtigkeit in dichten Gebäuden ist ein generelles Problem

    Die Luftfeuchtigkeit in dichten Bauten ist bei Minustemperaturen generell ein Problem. In dichten Bauten ohne Komfortlüftung schlägt sich die Feuchtigkeit auf Oberflächen nieder, was beispielsweise zu angelaufenen Fenstern führt und längerfristig unter Umständen gar zu Schimmelbefall. In diesem Fall müssen regelmässig die betroffenen Oberflächen (Fenster) getrocknet und es muss quergelüftet werden, was zu Wärmeverlusten führt. Mit der Komfortlüftung stellen sich diese Probleme nicht, dafür aber kann die Luft im Gebäude zu trocken sein. (Sie ist es übrigens nicht selten auch in Bauten OHNE Komfortlüftung)

     

    Planungsfehler als Ursache für zu trockene Luft

    Grosse Trockenheit in Gebäuden mit Komfortlüftungen kann ihren Grund darin haben, dass die Lüftungsanlage zu gross dimensioniert wurde, oder wenn unnötigerweise Zuluft in offene Wohnbereiche zugeführt wird. Das sind klare Planungsfehler. Eine fachgerechte Planung führt zu kleineren Luftvolumenströmen ohne Komforteinbusse.

    Die «Raumbelegung» spielt ebenfalls eine grosse Rolle: Wenn sich nur wenige Personen in grossen Räumen aufhalten, produzieren diese natürlich weniger Feuchtigkeit als eine grössere Anzahl Personen. Das Problem zu trockener Luft in Bauten mit Komfortlüftung verstärkt sich durch den Wunsch vieler Hausbesitzer nach möglichst grossen Wohnflächen.

     

    Heute werden vermehrt Komfortlüftungen mit Feuchterückgewinnung installiert. Bei korrekter Dimensionierung und bedarfsgerechtem Betrieb kann so die relative Luftfeuchte um 5 bis 10 Prozent erhöht werden.

     

Modernisieren (Sanieren)

Verein MINERGIE®

Warmwasser (Haustechnik)

    Wassererwärmung: Wie wird der Nachheizbedarf bei Solaranlagen für Heizung oder WW berücksichtigt?
    Der Nachheizbedarf ist mittels des Deckungsgrades der Solaranlage zu berechnen. Der nicht gedeckte Anteil ist mit der Heizung zu decken.

Zertifizierung, Label

    Grenzwertberechnung: Wie wird der MINERGIE®-Grenzwert berechnet, wenn das Projekt aus einer Mischung von Sanierung und Neubau besteht?
    Die Anforderung resp. der MINERGIE®-Grenzwert wird, entsprechend der Gebäudekategorie, proportional zu den entsprechenden Anteilen der EBF von Sanierung und Neubau berechnet. Im Nachweisformular Version 10 und 11 wird dieser Misch-Grenzwert automatisch berechnet.
    Antrag: Welche Unterlagen müssen mit einem MINERGIE®-Antrag eingereicht werden?
    • MINERGIE®-Nachweis, inkl. unterschriebenem Antragsformular
    • Systemnachweis SIA 380/1 mit effektivem Luftwechsel (komplette Berechnung)
    • Systemnachweis SIA 380/1 mit Standardluftwechsel (nur Titelseite und Zusammenfassung Systemnachweis, sofern das Programm zwei Rechnungsgänge benötigt)
    • Bauteilliste mit Material- / Dimensionsangaben und U-Wert – Berechnung
    • Berechnung der EBF, Volumen und Gebäudehüllfläche (die Berechnung muss nachvollziehbar sein) Pläne 1:100 mit Bezeichnung der Bauteile (Grundrisse, Fassaden und Schnitte)
    • Prinzipschema Heizung und Warmwasser (Art des Systemes, Energieträger, Produkt, Typ, Leistung [kW], Elektro-Einsatz [kW], FBH oder Radiatoren)
    • Prinzipschema der Lüftung (Art des Lüftungssystemes, Produkt, Typ, Leistung [kW], Luftmengen [W,m3/h] )
    • ev. externe Berechnung für Lüftung- oder Kälteanlag
    • ev. Nachweis über Einhaltung der Zusatzanforderungen wie z.B. Beleuchtung
    • ev. externer Nachweis über die Gewährleistung des Sommerlichen Wärmeschutzes