Das MINERGIE-Zertifikat ist eine Qualitätsgarantie

03.07.2012 10:12 von Marlene Beer

Der Baustandard MINERGIE steht für tiefen Energieverbrauch, mehr Komfort und Wirtschaftlichkeit. Aber nur wenn MINERGIE dran steht, ist auch Minergie drin: Das Zertifikat ist der Qualitätsausweis für ein Produkt, das genau umschrieben und definiert ist. Es liefert klare Kenndaten als Sicherheit für Bauherren und Käufer und verschafft dem Eigentümer handfeste Vorteile – zum Beispiel Förderbeiträge, günstigere Hypotheken oder gar eine höhere Ausnützungsziffer.

 

Wer nach MINERGIE baut, lässt sein Haus in der Regel auch zertifizieren (Bild: Erstes MINERGIE-A-ECO Haus der Schweiz). Die Kosten für die Zertifizierung betragen 900 Franken für ein Einfamilienhaus. Die Zertifizierung lohnt sich – selbst dann, wenn ein Verkauf des Hauses in absehbarer Zeit nicht zur Diskussion steht: «Das MINERGIE-Zertifikat ist für Bauherren ein Qualitätssiegel», bestätigt Olivier Lyon, Architekt ETH in Crissier. «Es bescheinigt ihnen, dass ihr Gebäude punkto Energieverbrauch und Wohnkomfort höchsten Anforderungen entspricht.»

 

Das Zertifikat dokumentiert also den Wert des Gebäudes und sichert dem Eigentümer zudem handfeste Vorteile: Einzelne Kantone unterstützen den Bau von MINERGIE-Häusern finanziell mit Förderbeiträgen, welche die Bauherrschaft beantragen kann.


Zahlreiche Banken gewähren vergünstigte MINERGIE-Hypotheken und in einzelnen Kantonen gilt für MINERGIE-Bauten eine höhere Ausnützungsziffer – zum Beispiel im Wallis: Dank der um 15 Prozent höheren Ausnützungsziffer kann dort beispielsweise ein Mehrfamilienhaus mit 11 anstatt mit 10 Wohnungen erstellt werden – nach MINERGIE, wohlgemerkt.

 

Zwar ist die Zertifizierung eines MINERGIE-Gebäudes die Regel, doch es gibt auch Ausnahmen: Manche Bauherren entscheiden sich gegen eine Zertifizierung, weil sie überzeugt sind, dass ihr Haus nie den Besitzer wechseln werde. Tatsächlich ist der höhere Wiederverkaufswert eines der Hauptargumente, die für die Zertifizierung sprechen. Sie ist in jedem Fall sinnvoll und empfehlenswert, denn: «Es könnte gut sein, dass man später einmal froh darüber ist, auch wenn im Moment keine Notwendigkeit besteht», gibt André R. Ruff, Art Architektur AG in Visp und Bern, zu bedenken. «Eine Nachzertifizierung ist in der Regel aufwändig und teuer. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht allen Bauherren bewusst ist, dass das Zertifikat eines Tages bares Geld wert sein kann.»

 

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