Erstes MINERGIE-A Haus im Kanton Basel-Landschaft zertifziert
29.06.2012 18:00 von Marlene Beer
Am 29. Juni 2012 wurde in Biel-Benken das erste MINERGIE-A-Haus im Kanton Baselland zertifiziert. Das neue Eigenheim von Sandra Frieden und Markus Thüring erfüllt höchste Ansprüche an Komfort und Energieeffizienz: Es produziert sogar mehr Strom, als es verbraucht. Mit der energieeffizienten Gebäudetechnik, der optimal gedämmten Gebäudehülle und der Ausrichtung nach Feng Shui ist das Gebäude vorbildlich punkto Wohnkomfort, Energieverbrauch und Schonung der Ressourcen.
Manche Träume werden wahr – so auch derjenige von Sandra Frieden und Markus Thüring: Im idyllisch gelegenen Biel-Benken/BL verwirklichten sie ihre Vision vom Eigenheim. Seit Anfang Mai bewohnen sie zu dritt mit ihrer kleinen Tochter die 165 Quadratmeter Nettowohnfläche, innen umgeben von edlem Design und aussen von herrlicher Natur. Die schöne Parzelle grenzt an den meist unscheinbaren und ruhig wirkenden Birsig-Bach, dessen mächtiger Böschungsbewuchs eine natürliche Grenze am Nordende des Grundstücks bildet. Das lauschige Bächlein kann aber auch anders: Bei entsprechender Wetterlage schwillt es innert kürzester Zeit zum reissenden Hochwasser an, und dieser Umstand war denn auch ein zentraler Planungsaspekt: Die Architekten der Genesis Home AG hoben das Haus aufs Maximum an und schufen so eine sichere Insel.
Den Strom fürs Auto selbst produzieren
Geplant war ursprünglich ein MINERGIE-P-Haus. Doch dann besann sich Eigentümer Markus Thüring eines (noch) besseren: «Ich führe eine Autogarage und fahre ab und zu selber ein Elektrofahrzeug. Mir gefiel der Gedanke, dass ich den Strom für mein Fahrzeug selbst produzieren könnte.» Der Aushub war bereits im Gange, als Architekt Christian Gut die Zertifizierung nach MINERGIE-A aufs Tapet brachte und bei der Bauherrschaft auf offene Ohren stiess. Nun liefert eine Fotovoltaik-Anlage den Strom, den Haus und Auto verbrauchen. Sämtlicher Strom wird ins Netz eingespiesen – und es ist mehr als genug: Die 25 polykristallinen Module mit je 230 Watt wurden auf dem Dach installiert und haben eine Nennleistung von 5,75 Kilowattpeak. Der errechnete Überschuss beträgt rund 2000 Kilowattstunden pro Jahr, die verkauft werden können: «Die EBM Münchenstein vergütet uns jede eingespiesene Kilowattstunde mit 48 Rappen», berichtet Markus Thüring, «und zwar unabhängig von der Kantonalen Einspeisevergütung, wo wir auf der Warteliste stehen. Die Zahlungen von der EMB Münchenstein sind quasi eine Überbrückung, bis wir von der Kantonalen Einspeisevergütung profitieren können.»
Bereits jetzt, rund zwei Monate nach Bezug des Hauses, ist absehbar, dass die Eigentümer mit ihrer Stromproduktion mehr verdienen als sie verbrauchen. Dieser Umstand ist unter anderem der effizienten Haustechnik anzurechnen: «Wir haben überall auf grösstmögliche Effizienz geachtet, bei der Beleuchtung ebenso wie bei allen Haushaltgeräten. Zwar waren die Investitionskosten dadurch etwas höher, aber das rechnet sich mittelfristig», ist Markus Thüring überzeugt.
Hoher Wohnkomfort, mehr Lebensqualität
Der hohe Wohnkomfort ist nebst ökologischen und ökonomischen Aspekten das gewichtigste Argument für MINERGIE. Dank der Komfortlüftung ist stets frische Luft im Haus, selbst bei geschlossenen Fenstern. Gleichzeitig wird die Feuchtigkeit kontinuierlich abtransportiert, so dass Schimmelpilz & Co. keine Chance haben. Auch Pollenallergiker profitieren, ganz besonders an Standorten mit vielen Bäumen und Gärten und entsprechend hoher Pollenbelastung. Diese wird dank der Komfortlüftung mit integriertem Pollenfilter in den Wohnungen erheblich reduziert. Der Bauherrschaft war überdies das Bauen und Einrichten nach Feng Shui ein Anliegen. Es konnte problemlos in die Planung integriert und umgesetzt werden.
Zertifikatsübergabe durch Regierungsrätin Sabine Pegoraro
Am 29. Juni 2012 wurde das neue Eigenheim von Sandra Frieden und Markus Thüring nach MINERGIE-A und MINERGIE-P zertifiziert. Nach der Begrüssung durch Roger Huguenin, Gemeinderat Hochbau der Gemeinde Biel-Benken, informierte Architekt Christian Gut von der Genesis Home AG über das Projekt. Regierungsrätin Sabine Pegoraro und Franz Beyeler, Geschäftsführer MINERGIE, übergaben anschliessend der Bauherrschaft die Zertifikate – und eines davon ist ein ganz besonderes, nämlich jenes für das erste MINERGIE-A-Haus im Kanton Baselland.
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