Erstes MINERGIE-A-Haus in Liechtenstein
29.03.2012 11:11 von Antonio Milelli
Im Rahmen der Fachveranstaltung für das planende und ausführende
Baugewerbe sowie für Immobilienfachleute in Vaduz wurde das Zertifikat
für das erste MINERGIE-A-Gebäude im Fürstentum Liechtenstein überreicht.
An der Zertifikatsübergabe vom 21. März war als Vertreter der
Bauherrschaft Daniel Hilti, Gemeindevorsteher der Gemeinde Schaan
anwesend. Auch ihn freut die Premiere und die Realisation dieses
zukunftsweisenden Bauvorhabens: «Die positive Energiebilanz ist neben
dem Hauptzweck, den vorhandenen Bedarf an altersgerechten Wohnungen zu
decken, das Faszinierende und das Zukunftsweisende dieses Gebäudes.» Das
Unternehmen begleitet die Bauherrschaft bei der Realisierung dieses
Projekts und erläuterte den Anwesenden weshalb sich die Gemeinde Schaan
für einen Bau nach MINERGIE-A anstelle von MINERGIE-P entschieden hat. Nachdem Schaan bereits erfolgreiche Energiestadtgemeinde ist,
startete die Gemeinde mit den Alterswohnungen «Wohnen für Senioren» im
MINERGIE-A-Standard in ein neues Zeitalter des Bauens. Das Gebäude wird
leicht mehr Energie produzieren als es verbraucht.
Bester Baustandard für Senioren
Die neue Altersresidenz der Gemeinde Schaan wird mit einer sehr guten
Gebäudehülle und einer Komfortlüftung ausgerüstet. Für Heizung und
Warmwassererwärmung ist eine Aussenluft-Wärmepumpe vorgesehen. Der dafür benötigte Strom wird mit der
Fotovoltaikanlage bereitgestellt. Erste klare Definition für
Plus-Energie-Häuser. Mit MINERGIE-A wurde die erste klare Definition für
Plus-Energie-Häuser geschaffen. Damit ist Minergie sogar noch einen
Schritt weiter gegangen, als das von der EU für das Jahr 2020
proklamierte «Nahe-Null-Konzept». MINERGIE-A verlangt eine gänzliche
Deckung des Restbedarfs durch erneuerbare Energien. Der neue Standard,
offiziell lanciert im März 2011, ist die konsequente Ergänzung der
bewährten MINERGIE-Standards, die auf breite Akzeptanz stossen. Die Anforderungen
von MINERGIE-A passen genau in das Bewertungsschema von MINERGIE und der
SIA-Normen. Das erleichtert einerseits die Kombination verschiedener
Standards nach dem Baukastenprinzip und andererseits die Berechnung, Optimierung und Zertifizierung der Bauten nach einem einheitlichen Verfahren.
Energieaufwand durch erneuerbare Energien abgedeckt Ein MINERGIE-A
Haus hat in der Energiebilanz eine schwarze Null. Das bedeutet, dass der
Aufwand für Raumwärme, Warmwasser und Lufterneuerung mittels
Komfortlüftung sowie allenfalls Klimatisierung vollständig durch
erneuerbare Energien abgedeckt wird – also durch Sonnenenergie und
Biomasse, durch Erdwärme und Wärme aus der Aussenluft. Typisch für
MINERGIE-A-Häuser werden Kombinationen von Anlagen zur Nutzung dieser
Energien sein, zum Beispiel Wärmepumpen und Solarzellen oder
Sonnenkollektoren und Holzheizungen. Wie aussen, so auch innen: In ein
MINERGIE-A-Haus gehört eine energieeffiziente Ausrüstung mit Geräten und
Leuchten. Entsprechend lauten die Anforderungen: beste Haushalt- und
Bürogeräte und beste Leuchten (A, A+ oder A++).
Energie minimieren
Auch für den Aufwand zur Herstellung des Gebäudes und zur Beschaffung
der Systeme und Komponenten setzt MINERGIE-A Limiten. Die so genannte
graue Energie ist in der Grösse vergleichbar mit dem Bedarf für Heizung
und Wassererwärmung eines Niedrigenergiehauses und deshalb nicht
zu vernachlässigen. Deshalb sollte bereits bei der Grundkonzeption eines
Hauses auf den Erstellungsaufwand geachtet werden, also beispielsweise
auf die Verwendung von Materialien mit geringen Energieinhalten. Keine
besonderen Anforderungen gelten für die Gebäudehülle. Die
Wärmedämmung der Aussenwände und des Daches sowie die Qualität der
Fenster müssen mindestens dem Basisstandard von MINERGIE entsprechen.
Damit deckt MINERGIE-A das ganze Spektrum von möglichen Lösungen ab:
Hochgedämmte Häuser mit kleinen Solaranlagen sind ebenso möglich wie
Bauten mit moderater Wärmedämmung mit grösseren Kollektor- oder
Fotovoltaik-Anlagen. Im Vordergrund steht die Optimierung des Hauses als
Gesamtsystem.
Solarzellen für warmes Wasser
Auf dem Dach des neuen MFH Wohnen für Senioren wird eine
Fotovoltaikanlage installiert, welche genügend Strom für den Betrieb der
Wärmepumpen liefert. Dank der Fotovoltaikanlage und der Komfortlüftung
können die strengen Anforderungen von Minergie?A erreicht werden. Die
Gemeinde Schaan übernimmt mit dem Spatenstich für das erste MINERGIE-A-Gebäude in Liechtenstein eine Pionierrolle und lebt damit den ständigen
Verbesserungsprozess als Energiestadt.
Quelle: Liechtensteiner Vaterland
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