KMU: Mit dem Licht-Check zu effizienter Beleuchtung
22.11.2011 16:15 von Antonio Milelli
Der Stromverbrauch für die Beleuchtung in kleinen und mittleren
Unternehmen kann erheblich reduziert werden. Ein Ratgeber zeigt, wie man
das miteinfacheren Erneuerungen macht.
Auf knapp zehn Prozent des gesamten
Schweizerischen Stromverbrauchs schätzt die Schweizerische Agentur für
Energieeffizienz (S.A.F.E.) den Anteil für die Beleuchtung in Büros,
Verwaltungsgebäuden, Verkaufsgeschäften, Gewerbebetrieben und Industrie.
Das sind rund 5,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Der breite
Einsatz von effizienteren Leuchtmitteln, die Sanierung oder der Ersatz
von Beleuchtungsanlagen kann diesen Stromverbrauch um etwa 40 Prozent
oder gut 2 Milliarden kWh pro Jahr reduzieren.
S.A.F.E.-Ratgeber
Für
kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist vor kurzem ein Ratgeber
erschienen, der sich auf einfachere und schnell realisierbare Massnahmen
konzentriert. Dabei geht es vorwiegend um den eins-zu-eins-Ersatz von
Leuchtmitteln oder Leuchten und die Nachrüstung der Beleuchtung mit
Lichtsteuerungen. Herausgegeben hat den praktischen Ratgeber das
Programm EnergieSchweiz in Zusammenarbeit mit S.A.F.E.. Zielpublikum
sind technisch versierte KMU-Besitzer, Hauswarte, Elektriker und
Elektroplaner – aber auch Beratungsstellen von Elektrizitätswerken und
Gemeindeverwaltungen.
Vom Schnell-Check zur Analyse
Ein dreistufiger
Licht-Check führt Beleuchtungsverantwortliche von kleineren Läden und
Shops, Gewerbetrieben, Hotels und Restaurants oder kleineren
Verwaltungen und Bürohäusern Schritt für Schritt bis zu einer
allfälligen Massnahmenplanung. Die erste Stufe bildet der Schnell-Check.
Damit wird der grundsätzliche Nutzen einer Beleuchtungserneuerung
geklärt. Der Fragebogen umfasst zehn relevante Fragen zur Beleuchtung
und kann auch durch Nichttechniker beantwortet werden, die den Betrieb
aus dem eigenen Alltag kennen. Die Auswertung des Schnell-Checks zeigt,
ob ein Erneuerungsbedarf gegeben ist, genauer geprüft werden sollte oder
nicht nötig ist.
Ergibt der Schnell-Check, dass
Erneuerungsbedarf gegeben ist oder eine Beleuchtungserneuerung geprüft
werden sollte, folgt auf der zweiten Stufe die Detailanalyse. Sie zeigt
das realisierbare Sparpotenzial bei der Beleuchtung auf. Diese Analyse
sollte von einem versierten Techniker oder einer Beleuchtungsfachperson
durchgeführt werden, weil dafür Fachwissen erforderlich ist. Basierend
auf der Analyse kann schliesslich eine Massnahmenplanung erarbeitet
werden mit dem Ziel, das ausgewiesene Einsparpotenzial auszuschöpfen.
Günstigsten Offerten sind nicht immer die wirtschaftlichsten
Stefan
Gasser, Autor des Ratgebers und S.A.F.E.-Beleuchtungsexperte, erklärt:
„Oft ist nicht die günstigste Variante die wirtschaftlichste.“ Er
empfiehlt deshalb bei ausgewiesenem Sanierungsbedarf und erfolgter
Massnahmenplanung mehrere Unternehmerangebote einzuholen. Massgebend
sollte nicht das günstigste Angebot sein. Ebenso wichtige Kriterien
seien Zuverlässigkeit, Garantiezeit und Beständigkeit des Lieferanten.
Zu Vorsicht rät Gasser gegenüber den vielen neuen Anbietern von
LED-Leuchten. Die Qualitätsunterschiede der LED-Produkte seien enorm.
Rabatte für Grossbestellungen
Von
Katalogpreisen für Lampen, Leuchten und Zubehör sollte man nicht
abschrecken lassen sollte. „Das sind Preise für Einzelstücke. Bei
mittleren Mengen werden in der Praxis Rabatte von 20 bis 40 Prozent
gewährt“, weiss Gasser. Bei grossen Bestellungen lägen bis zu 70
Prozent Rabatt drin. So habe eine Grossbank für 500 effiziente
Stehleuchten statt des Katalogpreises von 1300 Franken gerade mal 400
Franken pro Stück bezahlen müssen.
In vier Jahren amortisiert
Was
allein mit einem eins-zu-eins-Ersatz drin liegt, illustriert der
S.A.F.E.-Experte an einem konkreten Beispiel: In einem Restaurant mit
einer Nutzfläche von 300 m2 werden hundert herkömmliche Spot-Leuchten
durch eine qualitativ gute LED-Variante ersetzt. Die Installationskosten
sind mimial, weil keine Anpassungen nötig sind. Die installierte
elektrische Leistung sinkt mit der LED-Version von 4 auf 2,5 Kilowatt,
der Stromverbrauch pro Jahr von 14400 kWh auf 9000 kWh. Das ergibt
Stromkosteneinsparungen von rund 1000 Franken pro Jahr. „Bei der
Wirtschaftlichkeitsrechnung müssen die Mehr- oder Minderaufwendungen
beim Unterhalt unbedingt berücksichtigt werden“, sagt Gasser. Der
häufige Wechsel von Lampen mit geringer Lebensdauer beinhalte nicht nur
Kosten für neue Lampen sondern auch Arbeitszeit für den Ersatz.
Berücksichtigt man im Beispiel des Restaurants diesen Faktor, liegen die
Jahreskosten der LED-Variante um gut 5000 Franken tiefer. Die
Mehrinvestitionen von 20‘000 Franken sind somit in knapp vier Jahren
amortisiert.
538 MINERGIE-Leuchten
Der Ratgeber „Energieeffiziente Beleuchtung für kleine und mittlere Betriebe“ kann auf www.toplicht.ch
heruntergeladen werden. Hier sind auch alle Minergie-zertifizierten
Leuchten von 23 Herstellern gelistet. Zur Zeit gibt es in vier
Kategorien 538 Produkte. Auf www.topten.ch
finden Sie zudem qualitativ gute Sparlampen und LED-Lampen sowie
energieeffiziente Leuchten für verschiedene Anwendungsbereiche.
Ratgeber „Energieeffiziente Beleuchtung für kleine und mittlere Betriebe“ >>
©Text: Autor: Armin Braunwalder, Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, www.energieeffizienz.ch erstmals erschienen in der Gewerbezeitung
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