Swissbau: Gebäudemodernisierung mit Weitblick
24.01.2012 12:00 von Antonio Milelli
Am Samstagnachmittag lud Minergie-Geschäftsleiter Franz
Beyeler im Rahmen von Swissbau Focus zum Workshop «Gebäudemodernisierung
mit Weitblick», den gut 50 Personen besuchten. Das Seminar richtete
sich an Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer und vermittelte ihnen
Informationen zur Heizbedarfssenkung, zum Fensterersatz, zur besseren
Tageslichtnutzung und zu Fördergeldprogrammen.
Beyeler sprach zu Beginn das Heizen und das Lüften als wichtige Themen
einer Sanierung an: Beides gelte es zu optimieren. Eine kontrollierte
Lüftung helfe nicht nur Heizkosten zu sparen, sondern schütze auch vor
Lärm und Pollen. Wichtig seien angepasste, angemessene Lösungen – und
«das Allerwichtigste ist, dass Sie selbst wissen, was Sie wollen»,
resümierte Beyeler. «Nehmen Sie sich genügend Zeit, informieren Sie sich
und ziehen Sie erfahrene Fachleute bei. Nutzen Sie die Förderprogramme
und achten Sie auf die steuerliche Optimierung einer Sanierung», empfahl
Beyeler den Anwesenden.
Ralf Meier vom Fenster- und Fassadenbauer 4B erläuterte, was ein
Fensterersatz bringt und was man als Hausbesitzerin dabei fordern soll:
Tiefe U-Werte, ein hoher g-Wert, Minergie-Standard. Beeinflussen lassen
sich diese Faktoren mit der Glaswahl, der Materialisierung und der Art
des Fensterersatzes. Heutiger Standard sind 3-fach Verglasungen, die
tiefe U-Werte bieten und deren g-Werte immer besser werden und langsam
zu den Werten eines 2-fach Glases aufschliessen. Bei der Frage, ob
Wechsel- oder Vollrahmen gab Meier den Tipp: «Denken Sie auch daran, ob
nächstens eine neue Aussendämmung nötig ist» – je nach dem sei es
wichtig, genügend tiefe Leibungen zu schaffen – auch bei neuen
Vollrahmenfenstern. Bei der Materialisierung sind Holz-Aluminium-Fenster
zwar teurer, aber auch langlebiger. «Der Preis ist nach ein paar Jahren
vergessen, die Fenster oder je nach dem die Probleme haben Sie dann
immer noch», meinte Meier. Zum Thema Lüften gab der Fachmann den Tipp,
den wir schon als Kinder hörten: «Kurz und vernünftig, aber zünftig» –
das sei nach wie vor die beste Methode.
Alexandra Saur von Velux Schweiz erläuterte die Möglichkeiten, wie
man in Dachstühle mehr Tageslicht bringen kann: Man baut ein Dachfenster
ein, man ersetzt das bestehende durch ein neues, lichtdurchlässiges
Dachfenster, oder man vergrössert es. Sie führte auch das System
«Velux-Cabrio» vor: Ein Dachfenster mit integriertem Balkon, dem man
dieses Extra von aussen bei geschlossenem Zustand nicht ansieht, das
aber eine wesentliche Erweiterung des Dachraums schaffen kann. Um zu
überprüfen, welche Lösung für einen Dachraum wie viel bringt, hat Velux
eigens ein Programm geschaffen, das auf der Website erhältlich ist und
auch Architektinnen und Fachplaner nutzen können.
Als «Dessert» stellte Franz Beyeler schliesslich Thomas Fisch vor,
den Leiter der Energiefachstelle des Kantons Basel-Stadt. Fisch
erklärte, für welche Massnahmen der Kanton Basel-Stadt wie viel
Fördergelder beisteuere: Für den Ersatz der Fenster 70 CHF/m2, für die
Dämmung von Bauteilen gegen aussen CHF 40.-/m2 und für die Dämmung von
Wänden und Decken gegen ungeheizte Räume CHF 15.-/m2. hinzu kommt ein
Bonus, wenn jemand das ganze Haus sinnvoll auf den neusten Stand bringt.
Mit einer Kombination aus den kantonalen und den Bundes-Fördergeldern
lassen sich damit mindestens 20 Prozent der Investitionen
zurückgewinnen. Allein der Kanton Basel-Stadt schüttet pro Jahr 18
Millionen Franken Fördergelder für Energiesanierungen aus – wie Franz
Beyeler versicherte, ist er damit allerdings der grosszügigste Kanton.
Sowohl Minergie-Chef Franz Beyeler wie der kantonale Experte Thomas
Fisch riefen die Anwesenden dazu auf: «Nutzen Sie diese Programme, sie
können Ihnen bei den Sanierungen wesentlich helfen und es sind Gelder,
die genau dafür bereitstehen!»
Innerhalb nur einer Stunde erhielten die Anwesenden auf diese Weise
einen Einblick in immerhin vier wesentliche Themen des Sanierens und
konnten sich anschliessend zu den Messeständen der Firmen begeben, um
sich weiter beraten zu lassen.
Weitere Informationen, Interwievs und Präsentationen
Text: Rahel Marti, Hochparterre AG, www.hochparterre.ch
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