Neu bauen mit Minergie

Für Neubauten bietet Minergie drei Baustandards an, die sich wahlweise mit dem ECO-Zusatz für Bauökologie und Gesundheit kombinieren lassen. Zudem steht der Zusatz MQS Bau für höchste Qualität in der Bauphase zur Verfügung.

Die drei Baustandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A unterscheiden sich jeweils in der Energiebilanz der Gebäude. Erfahren Sie im Infofilm mehr darüber:

Minergie: Der Baustandard Minergie richtet sich an Bauherren und Planer mit überdurchschnittlichen Ansprüchen an Qualität, Komfort und Energie. Die Energiebilanz ist 20 Prozent besser als bei MuKEn 2014.

Minergie-P bezeichnet Niedrigstenergie-Bauten, die sich insbesondere wegen ihrer herausragenden Gebäudehülle und dem damit verbundenen Komfort auszeichnen.

Minergie-A-Bauten produzieren mehr Energie als sie verbrauchen und kombinieren damit Wohnkomfort mit maximaler energetischer Unabhängigkeit.

Zusatzprodukte

Die drei Baustandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A lassen sich beliebig mit den Zusatzprodukten ECO und MQS Bau kombinieren. So können sich Bauherren und Planer noch höhere Qualitätsstandards sichern.

Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) ergänzt die Minergie-Standards mit sinnvollen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten. Doppelzertifizierungen werden vereinfacht und für den Antragsteller finanziell attraktiv gestaltet. 

Weitere Infos www.snbs-cert.ch

Minergie-Module

Minergie-Module sind ausgewählte und zertifizierte Bauteile und Bauteilsysteme in Minergie-Qualität. Sie sind die Bausteine des Minergie-Hauses.

Der Einsatz von Minergie-Modulen ist nicht zwingend. Minergie vergibt die Lizenz zur Zertifizierung von Modulen an Fach- und Branchenverbände.

Module erfüllen neben Aspekten des Energieverbrauches auch weitere wichtige Kriterien: Gebrauchstauglichkeit, mechanische Festigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Vorteile für Bauherren und Planer

  • Die Qualität des Bauteils ist durch das Minergie-Modul-Zertifikat garantiert.
  • Für Neubauvorhaben ermöglichen die Minergie-Module eine Qualitätssicherung der Einzelbauteile.

Vorteile für Hersteller

  • Minergie zeichnet ein Bauteil als besonders hochwertig, wirtschaftlich und effizient aus.
  • Die Prüfung geschieht durch unabhängige Fach- und Branchenverbände.
  • Die Minergie-Module werden auf der Minergie-Website publiziert.
  • Die Hersteller erhalten das Recht, ihre Produkte mit dem Qualitätslabel Minergie zu bewerben, zur Differenzierung von anderen Marktakteuren.
  • Die Zertifizierung von Bauprodukten nach Minergie schafft für Besteller (Architekten und Bauherrschaften) eine verlässliche Orientierung.

Übersicht der Module

Fenster

Bei Fenstern ist die Qualitätssicherung besonders wichtig: Sie schützen vor Kälteverlusten und übermässigen Wärmeeinträgen im Sommer.

Mit einem U-Wert von höchstens 1,0 W/m2K garantieren Minergie-Fenster neben der Energieeinsparung hohen thermischen Komfort. Ein Minergie-Fenster entspricht dem gehobenen Stand heutiger Technik, insbesondere bezüglich Wärmedämmfähigkeit, Kondenswasser, Dichtheit und Schallschutz. Zudem weist es ein gutes Preis-Leistungsverhältnis auf. Es besteht aus folgenden Komponenten:

  • Glas (eingereichte Glasstärke mit einer Toleranz von +8 mm und -5 mm)
  • Fensterrahmen und Fensterflügel (mit allen notwendigen Beschlägeteilen)
  • Anschluss Fensterrahmen-Baukörper (mit allen notwendigen Montageteilen)
  • Beschattungselemente

Die wichtigsten Anforderungen sind:

  • Wärmedämmung: Uw = 1,0 W/m2K, Ug = 0,7 W/m2K
  • Kondenswassergefährdung: Glasabstandhalter Edelstahl oder besser
  • Sonnenschutz und Tageslichtnutzung: g-Wert (beschattet, bei geschlossenem Sonnen-/Blendschutz): ≤ 0,15, Glasanteil des Fensters bezüglich der Mauerlichtfläche: ≥ 75 %

Das Minergie-Modul Fenster wird von der SZFF (Schweizerische Zentrale Fenster und Fassaden) zertifiziert, in Kooperation mit dem FFF (Schweizerischer Fachverband Fenster- und Fassadenbranche).

Komfortlüftung

Minergie-Modul-Komfortlüftungen sind Produkte, die den Anforderungen von Minergie genügen und auch entsprechend zertifiziert sind. Die Anforderungen richten sich an die Leistungsdimensionierung, den Komfort und die Qualität:

  • Energieeffizienz: Die Wärmerückgewinnung überträgt min. 80% der in der Abluft enthaltenen Wärme an die Zuluft. Die spezifische elektrische Aufnahmeleistung beträgt im Normalbetrieb max. 0,34 W/(m3/h).
  • Komfort: In den Zimmern wird ein Schalldruckpegel von max. 25 dBA verursacht. Die Anforderungen an die Filtrierung, die Konstruktionsmerkmale sowie das Reinigungskonzept sind die Basis für eine hygienische einwandfreie Lüftung.
  • Qualität: Die Modulanbieter übernehmen die Systemgarantie, wenn die Anlage nach ihren Vorgaben geplant und installiert wird. Die Abnahmemessung, Anlagedokumentation und Benutzerinstruktion schafft Vertrauen für die Bauherrschaft.

Träger des Moduls ist der Verein Minergie. Die Zertifizierungsstelle ist die Prüfstelle Gebäudetechnik der Hochschule Luzern. Die detaillierten Anforderungen sind im Reglement zur Vergabe des Minergie-Moduls Komfortlüftung dokumentiert.

Leuchten

S.A.F.E., die Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, zertifiziert in Lizenz Minergie-Leuchten. Neben der Leuchten-Lichtausbeute gelten die Leistung im Standby sowie die Begrenzung der Blendung als Anforderungen. Voraussetzung einer Zertifizierung sind Messprotokolle eines akkreditierten Messlabors. Die Aufsicht obliegt der Labelkommission Minergie-Leuchten sowie dem Verein Minergie als Träger der Marke.

Seit 2014 können nur noch LED-Leuchten neu zertifiziert werden. Die Effizienz-Anforderungen wurden angehoben und sind neu nach Leuchtentypen definiert. Das Minergie-Label und die Zertifikate werden ab 2014 mit der aktuellen Jahreszahl, die jährlich erneuert wird, versehen.

Die detaillierten Anforderungen sind im Reglement und Nachweisverfahren zur Vergabe des Minergie-Labels für Leuchten dokumentiert.

Auf www.toplicht.ch finden sich alle zertifizierten Minergie-Modul Leuchten.

Für Hersteller, die jährlich mindestens 10 neue Leuchten zertifizieren und Member beim Verein Minergie sind, entfallen die neuen Jahresgebühren.

Raumkomfort

Produkte, die das Minergie-Label Raumkomfort (Raumtemperatur) tragen, entsprechen den im Reglement Minergie-Modul Raumkomfort festgelegten Normen und wurden nach anerkannten Vorschriften hergestellt. Die mit diesem Label ausgezeichneten Systeme weisen neben einer optimalen Energieeffizienz auch eine hochwertige Qualität, Sicherheit und Komfort für die Gebäudenutzer auf. Das Minergie-Modul Raumkomfort (Raumtemperatur) für Wohnbauten fokussiert sich auf die energieeffiziente Regelung der Raumtemperatur.

Minergie-Module Raumkomfort (Raumtemperatur) sind zertifizierte Systeme für die Raumautomation. Sie beinhalten die Sensorik, Logik und Aktorik. Nicht zwingend Teil des Systems sind die Stellglieder. Für die Raumautomation in Wohnbauten und Nicht-Wohnbauten bestehen unterschiedliche Rahmenbedingungen und Anforderungen an den Raumkomfort. Der Anhang des Reglements beschreibt zurzeit ausschliesslich das Modul für Wohnbauten. Es eignet sich deshalb für den Einsatz in üblichen Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie vergleichbaren Nutzungen. Spannend auch für Nachrüstungen in bestehenden Bauten.

Der Verein Gebäude Netzwerk Initiative (GNI, www.g-n-i.ch) ist Träger des Minergie-Moduls Raumkomfort. Die GNI hat vom Verein Minergie eine exklusive Lizenz zur Nutzung des Kennzeichnens Minergie im Zusammenhang mit energieeffizienten Raumautomations-Systemen.

Sonnenschutz

Produkte, die das Minergie-Label Sonnenschutz tragen, entsprechen den im Reglement Minergie-Modul Sonnenschutz festgelegten Normen und wurden nach anerkannten Vorschriften hergestellt. Sie weisen neben einer optimalen Energieeffizienz (bei Herstellung und Einsatz) auch hochwertige Qualität, Sicherheit und Komfort für die Gebäudenutzer auf. Diese Gewährleistung beinhaltet einen einwandfreien Sonnen-, Blend-, Sicht- und/oder Wetterschutz.

Ein Minergie-Modul Sonnenschutz besteht aus einem geprüften Sonnenschutz-Produkt (Lamellenstoren, Rollladen etc.) und einer geprüften Steuerung. Zwingend ist, dass das Sonnenschutz-Produkt beweglich, automatisiert und "aussenliegend" ist.

Es werden zwei Modul-Typen definiert:

  • Minergie-Modul Sonnenschutz Home (Wohnbauten): Dieses Modul eignet sich für den Einsatz in üblichen Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie vergleichbaren Nutzungen (Zimmer von Heimen, Hotelzimmer). Bei diesem Modul sind die Anforderungen an den Blendschutz grundsätzlich untergeordnet, da in den Räumen keine dauernd belegten Bildschirmarbeitsplätze geplant sind.
  • Minergie-Modul Sonnenschutz Business (Nicht-Wohnbauten): Dieses Modul eignet sich für den Einsatz in Gebäuden oder Gebäudeteilen, in denen ein guter Blendschutz (z.B. wegen Bildschirmarbeitsplätzen) und eine gute Tageslichtnutzung gefordert sind (z.B. Verwaltungsgebäude, Schulhäuser, Versammlungsräume und Restaurants).

Der Verband Schweizer Anbieter von Sonnen- und Wetterschutz-Systemen VSR ist Träger des Minergie-Moduls Sonnenschutz. Er hat vom Verein Minergie eine exklusive Lizenz zur Nutzung des Kennzeichnens Minergie im Zusammenhang mit energieeffizienten Sonnenschutz-Systemen erhalten.

Türen

In einer gut gedämmten und dichten Bauhülle bildet die Aussentüre ein wichtiges Element. Der durch Türen verursachte Energieverbrauch ist keineswegs vernachlässigbar. Entsprechend sorgfältig sollte die Auswahl erfolgen. Zur Zertifizierung einer Türe als Minergie-Modul werden neben dem eigentlichen Türblatt der Türrahmen/Futter/Zarge, die Dichtungen und die Beschläge in die Bewertung einbezogen. Anforderungen gelten insbesondere für:

  • Wärmedämmung: Ud = 1,2 W/m2K
  • Schlagregendichtigkeit: mindestens Klasse 3A nach EN 12208
  • Luftdurchlässigkeit: mindestens Klasse 3 nach EN 12207
  • Kondenswassergefährdung – Glasabstandhalter: Edelstahl oder besser

Die detaillierten Anforderungen sind dem technischen Reglement der ARGE Minergie Türen zu entnehmen. Die ARGE Minergie Türen setzt sich aus folgenden Verbänden zusammen: VST Verband Schweizerische Türenbranche, VSSM Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten und SMU Schweizerische Metall-Union.