Der neue Produktionsstandort der ZürichHolz AG in Illnau beeindruckt mit seinem auffälligen, neunzig Meter langen und fünfunddreissig Meter breiten, wellenförmigen, schwebenden Dach. Die Planer nutzen Fagus-Fachwerke aus Stabschichtholz, um die Tragkonstruktion zu optimieren. Erstmals wird dieses Material in diesen Dimensionen in der Schweiz angewandt. Die Architektur zelebriert Holz als Baumaterial und erinnert an die Geschichte des Ortes mit seinem früheren Sägewerk.
Woher kommt das Holz?
- Das verbaute Bauholz, die Massivholzschalungen und das Brettschichtholz werden aus 100 Prozent Schweizer Holz produziert.
- Die Holzlieferanten werden durch die Bauherrschaft bestimmt.
- Die Bauherrschaft liefert dem Sägewerk das Rundholz für die Massivholzbalken und die Schalung für den ganzen Bau.
- Die markanten Stützen werden im Wald von der Bauherrschaft ausgewählt und als tragende Pfosten eingesetzt.
Wo und wie wird das Holz verarbeitet?
- Die verwendeten Massivholzbalken und die Holzschalungen werden durch die Konrad Keller AG geschnitten und getrocknet und bei der Zimmerei Schindler & Scheibling in Saland (CH) und Uster (CH) verarbeitet und zu Elementen zusammengebaut.
- Die Brettschichtholzträger und die Fachwerke aus Stabschichtholz werden in Lungern (CH) verleimt, abgebunden, wo möglich zusammengebaut und auf die Baustelle geliefert.
Was wird bei der Beschaffung anders gemacht?
- Dem Architekten ist es ein Anliegen, möglichst naturbelassene Hölzer einzusetzen. Daher wird nur dort, wo statisch eine höhere Festigkeit erforderlich ist, auf Fichten-Brettschichtholz oder – bei noch höheren Anforderungen – auf Stabschichtholz Fagus zurückgegriffen.
Was wird bei der Planung anders gemacht?
- Das Gebäude wird von einem geschwungenen Dach überspannt, dessen Bogen die unterschiedlichen Nutzungen widerspiegelt. Um dennoch möglichst unverleimtes Bauholz einsetzen zu können, wird lediglich das Vordach geschwungen ausgeführt; ab dem Hauptbaukörper können gerade Träger verwendet werden.
Was wird beim Bau berücksichtigt?
- Bei diesem Bau wird die Kaskadennutzung konsequent umgesetzt. Besonders gut sichtbar ist dies an der Fassade: Aus den Baumstämmen werden zuerst die Sparren als Hauptprodukt hergestellt. Aus den dabei anfallenden Seitenbrettern entsteht anschliessend die Fassadenschalung. So können sämtliche Holzressourcen optimal genutzt werden.
Das Gebäude im Überblick
2022
Betriebsgebäude (Büroräume für Gewerbe und Industrie, Schnitzelhalle Pflanzenkohleproduktion und Werkstatt)
Label Schweizer Holz
- Wald: Zürcher Oberland /Zürcher Weinland
- Verarbeitung: Unterstammheim / Lungern / Uster / Saland
- Projekt: Illnau
Neubau, Betriebsgebäude, Illnau Fagus Suisse | Realisierte Projekte n'H Neubau Betriebsgebäude
Bildrechte: Björn Siegrist