Wohnhaus Maiengasse, Basel (BS)

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Das Wohnhaus Maiengasse verbindet klimafreundliche, traditionelle Konstruktionsweisen und handwerkliches Fachwissen mit modernster Technik in der Holzverarbeitung. Bei der Umsetzung wird darauf wertgelegt, Ressourcen möglichst zu schonen und die Nutzung lokaler Holzressourcen zu fördern. Die vielen Auszeichnungen des Projekts sprechen für sich: Prix Lignum Gold National 2021, Auszeichnung Guter Bauten 2018 der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, Heimatschutz Basel Bautenprämierung 2018, Zeitschrift Hochparterre – die Besten in Architektur: Bronzener Hase 2018.

Woher kommt das Holz?

  • Es kommt ausschliesslich Fichten-/Tannenholz aus der Schweiz und Deutschland (heimisch) zum Einsatz. Die regionale Beschaffung ist besonders nachhaltig, da sie Transportwege minimiert und die lokale Wertschöpfung unterstützt.
  • Der gesamte Holzeinsatz beläuft sich auf 468 Kubikmeter.

Wo und wie wird das Holz verarbeitet?

  • Das Holz wird in Elementbauweise verarbeitet (Vorfertigung in spezialisiertem Unternehmen). Diese Vorgehensweise ermöglicht eine effiziente Montage auf der Baustelle und verkürzt die Bauzeit erheblich.
  • Auftragnehmerin für die Elementbauarbeiten ist die Husner AG, ein spezialisiertes Schweizer Holzbauunternehmen.

Was wird bei der Beschaffung anders gemacht?

  • Ausschliessliche Verwendung von heimischem Fichten-/Tannenholz

Was wird bei der Planung anders gemacht?

  • Holz als architektonisches Ausdrucksmittel: Das Holz wird bewusst als sichtbares Gestaltungsmittel eingesetzt, um den Geist des früheren Gewerbehofes mit seinen transitorischen Hofeinbauten in den neuen Wohnhof zu übersetzen.
  • Städtebauliches Konzept: Das Wohnhaus baut das heterogene Gefüge an der Maiengasse weiter. Es steht leicht und niedrig im Hof und wirkt fast
    provisorisch – doch durch seine entschiedene städtebauliche Setzung schafft es einen neuen Platz, eine gemeinschaftliche Mitte für das Quartier und die Bewohnerschaft.
  • Materialgerechte Planung:
    • Die Grundrisse der Wohnungen beruhen auf einem durchgehenden Achsmass, welches einen effizienten Holzeinsatz ermöglicht.
    • Ausserdem wird in Elementbauweise geplant.
    • Das Projekt ist eines der sehr seltenen mit Balkenlage im mehrgeschossigen Holzbau. Diese Konstruktionsweise spart im Vergleich zu einer CLT-Decke 50 Prozent Holz ein.

Was wird beim Bau berücksichtigt?

  • Vor Ort-Montage vorgefertigter Holzelemente: Auf der Baustelle ist nur die Montage und Verbindung der Elemente erforderlich. Dies reduziert die Witterungsabhängigkeit auf der Baustelle und verkürzt die Bauzeit deutlich.
  • Eine eigens entwickelte doppelte Schwalbenschwanzverbindung ermöglicht sichtbare Balkendecken, die heutigen Brandschutzauflagen genügen.
  • CNC-gefräste Holzstützen mit skulpturaler Wirkung
  • Kunst am Bau: Ornamente in den sichtbaren Holzbalken am Platz

Das Gebäude im Überblick

Baujahr

2013 – 2018

Gebäudetyp

Neubau; Wohnungen, Doppel-Kindergarten

Zertifizierung

Keine, aber Planung und Bau gemäss Minergie-ECO-Standard

Standorte (Wege des Holzes)
  • Wald: Schweiz / Deutschland (heimisch)
  • Verarbeitung: Regional HUSNER AG, Ziegeleistrasse 11, 5070 Frick
  • Projekt: Maiengasse 7-15, 4056 Basel
Kosten in CHF

BKP 1–9 (inkl. Wohnhaus Hebelstrasse): 26.2 Mio.

Gesamt-CO₂-Bilanz

9.0 kg CO2-eq / mEBF2/a

Biildrechte: Kuster Frey