Firmengebäude Caotec

Mirco Rampa, Fanzun Architekten

Minergie-A Gebäude fordern kreative und innovative Haustechniklösungen, was sehr spannend ist.

Mirco Rampa, Fanzun Architekten

Das Projekt in Kürze

Die Firma Caotec Haustechnik hat ihren Firmensitz in Brusio gesamtrenoviert. Neben der Herausforderung, die Firma im laufenden Betrieb zu einem neuen Firmenstandort umzuwandeln, war eine Hauptaufgabe die Kernkompetenz von Caotec - Haustechnik im Passiv- und Aktivhausbereich - im Gebäude zu integrieren. Eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien für energieeffizientes Bauen (PV, PV-T, Solarthermie, Batteriespeicher, Eisspeicher) fliessen in das Gesamtkonzept ein. Seine Leuchtturm-Stellung unterstreicht das Projekt mit der ersten nach neuem Minergie A / P Standard Zertifizierung der Schweiz sowie mit dem Solarpreis 2017 der Solar Agentur Schweiz.

Fragen an den Planer

  1. Welche Vorteile bietet der Baustandard Minergie-A/P aus Ihrer Sicht?
    Die ausgeglichene energetische Jahresbilanz ist sicherlich ein ganz grosser Vorteil. Unter der Voraussetzung einer effizienten Gebäudehülle kann ebenfalls ein sehr niedriger Energiebedarf erreicht werden. Dazu kommt, dass bei Minergie-A Gebäuden Kreativität und Innovation gefragt ist bei den Haustechniklösungen, was spannend ist.
  2. Was waren die Knackpunkte zum Erreichen des Baustandards Minergie-A/P?
    Das Projekt als Sanierung hat einige Herausforderungen mit sich gebracht, welche bei einem Neubau weniger problematisch gewesen wären. Einerseits musste die Grösse der PV-Anlage gut platziert werden und die ganze Eigenstromproduktion auf einen möglichst guten Tag-Nacht-Ausgleich sowie Sommer-Winter-Ausgleich optimiert werden. Andererseits war vor allem die wärmetechnische Sanierung auf diesem Standard anspruchsvoll.
  3. Wie haben Sie die Herausforderungen gelöst?
    Die Hauptbauteile gegen aussen (namentlich Wände und Dach) wurden sehr gut gedämmt, um die "Schwachstellen" im erdberührenden Bereich zu kompensieren. Bei der Eigenstromproduktion wurde darauf geschaut, dass sie breit aufgestellt wurde. So wird mit einer PV-Anlage auf dem Dach und in der Fassade plus  mit einem Windrad gearbeitet. So können Produktionsspitzen vermieden und mehr "Bandenergie" produziert werden. Zusätzlich wurde darauf geschaut, dass es verschiedene Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme gibt. Im Gebäude wird deshalb mit einem Batterie- sowie mit einem Eisspeicher gearbeitet.

Was sagt die Bauherrschaft?

Ich wollte die Immobilie schon immer nach Minergie- und Plusenergiehaus-Standard sanieren. Wir haben 2012 mit dem Projekt begonnen und immer das Ziel der Doppelzertifizierung verfolgt. Die Zertifizierung nach den neuen Minergie A / P Standards im Jahr 2017 als erste Schweizer Immobilie war eine schöne Überraschung und erfüllt uns mit Stolz.

Das Projekt in Zahlen

Baujahr

2016

EBF

876m2 (aufgeteilt in Wohnen, Verwaltung & Lager)

Eigenstromproduktion

PV-Anlage und thermische Sonnenkollektoren

Heizung

Wärmepumpe und Solarthermie

Dämmung

Minergie-P Dämmung

Zertifikat(e)

GR-050-A und GR-143-P

Bildgalerie