30. Juni 2026

Allergien nehmen zu – Lüftungen werden wichtiger

pollen feld

Soll ich nun noch lüften oder besser nicht? Viele Pollenallergikerinnen und Pollenallergiker werden diese Überlegung kennen. Hat die Pflanze, auf die man besonders allergisch ist, Hochsaison, entscheidet man sich schon mal die Fenster geschlossen zu halten – auf Kosten der guten Luftqualität. Diese Saison hat man auch die eine oder andere Person niesen gehört, die bisher nicht als Heuschnupfenallergikerin oder -allergiker bekannt war. Ob dahinter tatsächlich eine neue Pollenallergie steckt, lässt sich ohne ärztliche Abklärung nicht sagen. Klar ist aber: Pollenallergien sind in der Schweiz weit verbreitet – rund jede fünfte Person ist betroffen bestätigt Roxane Guillod, Leiterin Fachdienstleistungen beim aha! Allergiezentrum Schweiz. Dafür gibt es mehrere Gründe: «Einerseits begünstigt der Klimawandel mit den wärmeren Temperaturen die Ausbreitung und Etablierung allergener Pflanzen wie beispielsweise Ambrosia, die hier ursprünglich nicht heimisch waren. Andererseits verlängert sich die Pollensaison: Sie beginnt früher und dauert inzwischen bis zum Ende des Sommers. Hinzu kommen eine möglicherweise erhöhte Pollenproduktion infolge steigender CO₂-Konzentrationen sowie Luftschadstoffe, die die Atemwege reizen und allergische Beschwerden verstärken können.»

Aus Sicht von aha! Allergiezentrum Schweiz können kontrollierte Lüftungssysteme für Menschen mit Pollenallergien unter bestimmten Voraussetzungen Vorteile haben, sofern sie mit geeigneten Filtern ausgestattet sind. «Diese können einen Teil der Pollen aus der Aussenluft zurückhalten und dadurch die Pollenbelastung in Innenräumen reduzieren», sagt Roxane Guillod. «Ein guter Filter während der Pollensaison kann helfen, Beschwerden zu verringern und die Wohn- und Schlafqualität zu verbessern. So können Lüftungssysteme als ergänzende Massnahme zur medikamentösen Therapie dienen. » Das bestätigt auch Roger Waeber vom Bundesamt für Gesundheit: «Das magische Zauberwort für Allergikerinnen und Allergiker ist der Filter. Wenn man einen qualitativ guten Filter nach SIA-Norm einbaut, hält man auch die kleinen Pollenfragmente und Schimmelsporen zurück», sagt Roger Waeber. Der Lüftungsfilter habe nicht nur für Allergikerinnen und Allergiker einen Vorteil. «Der Feinstaub von draussen ist eigentlich die Belastung Nummer eins für unsere Atemwege und kann mit einem Filter zurückgehalten werden».

Weniger warme Luft in den Innenräumen

Nicht nur wegen der Allergien, sondern auch aufgrund steigender Temperaturen durch die Klimaerwärmung ist es angenehm, wenn die Fenster nicht zwingend geöffnet werden müssen, um frische Luft in den Raum fliessen zu lassen. «Die Fenster dürfen in einem Minergie-Gebäude geöffnet werden, dank der Lüftung ist dies aber nicht zwingend notwendig», sagt Robert Minovsky, Leiter Technik bei Minergie. Grundsätzlich unterstützt auch das aha! Allergiezentrum Schweiz Massnahmen, die die Belastung durch Allergene in Innenräumen reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Pollenschutzgitter an Fenstern, geeignete Filtersysteme sowie weitere Verhaltensmassnahmen wie das Duschen und Haarewaschen vor dem Schlafengehen während der Pollensaison. «Entscheidend sind neben der regelmässigen Wartung und dem rechtzeitigen Filterwechsel auch die Qualität der eingesetzten Filter», sagt Roxane Guillod.