Einfache und zurückhaltende Lüftung

Swisscom Businesspark, Ittigen

Das Zusammenspiel zwischen Gebäudestruktur, -technik und -hülle muss stimmen.

Simon Hess, EBP Schweiz AG

Der Stromverbrauch kann mit diesem System minimiert werden, da es keinen grossen Ventilationsaufwand gibt.

Simon Hess, EBP Schweiz AG

Das Projekt in Kürze

Der Neubau Businesspark Ittigen ist ein Leuchtturmobjekt für effizientes sowie nachhaltiges Bauen und bietet über 2000 Swisscom Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen und maximale Nutzungsflexibilität.

Der geforderte Minergie-P-ECO Standard, mit welchem die Grundsätze einer umfassenden Konzeption für eine nachhaltige Bauweise festgelegt sind, wurde konsequent umgesetzt. Diese hohen Anforderungen galt es auch unter den erschwerten Voraussetzungen der grossen Belegungsdichte, maximalen Nutzungsflexibilität und hohen Komfortansprüchen zu erfüllen. Erreicht werden konnte dies nur dank einer optimierten Gebäudehülle, hoher thermischer Speichermasse und höchster Energieeffizienz in allen Bereichen. Ein innovatives Lüftungskonzept (Atrium dient als „Lunge“), eine Kälteerzeugung ohne Kältemaschine und saisonale Energiespeicherung im Erdsondenfeld sowie 100% Abwärmenutzung durch direkt wassergekühlte IT sind die wesentlichen Eckpfeiler des konsequent integral geplanten Gebäudetechnik-Gesamtkonzeptes. Die Photovoltaikanlage (200 kWp) versorgt das Gebäude mit selbst produziertem Strom und rundet das Energiekonzept ab.

Das Lüftungskonzept

Das innovative Lüftungskonzept besteht aus einem Frischluftbereich im Atrium, welches mit über die WRG (Kreisverbundsystem) vorgewärmt Aussenluft versorgt wird. In den Büroräumlichkeiten wird die verbrauchte Luft nach Bedarf abgesaugt und mittels Nachströmung aus dem Atrium ersetzt. Dies ermöglicht ein möglichst installationsarmes Konzept ohne Komforteinbussen. Die gefangenen Räume (z.B. Sitzungszimmer) werden mittels aktiven Überströmern (Verbundlüftern) bedarfsgesteuert versorgt.

Fragen an den Planer

Aus welchen Gründen haben Sie sich für dieses Lüftungssystem entschieden?
Da es keine Luftfeinverteilung braucht, waren keine grossen Lüftungskanäle notwendig. Ebenfalls fliesst die Abluft natürlich zurück ins Atrium, weshalb kein Abluftnetz notwendig ist. So kann viel Platz eingespart werden und es braucht weniger Steigzonen.

Worin sehen Sie weitere Vorteile des gewählten Lüftungskonzeptes?
Der Stromverbrauch kann minimiert werden, da es keinen grossen Ventilationsaufwand gibt und ebenfalls nur kurze Wege zurückgelegt werden müssen. Sowohl die Bürozonen als auch Sitzungszimmer sind durch die bedarfsgerechte Regelung äusserst effektiv belüftet.

Wo sehen Sie die Herausforderungen bei einem solchen Projekt?
Eine integrale Planung ist von zentraler Bedeutung. Das Zusammenspiel zwischen Gebäudestruktur, -technik und -hülle muss stimmen. Durch das grosse Atrium, welches im Zentrum des Konzeptes steht, ist diese Lösung nicht für jedes Projekt geeignet. Ebenfalls ist es fundamental, dass hochwertige Komponenten für die Verbundlüftung verbaut werden. Sie müssen eine hohe Effizienz aufweisen und über gute Qualität verfügen, da ansonsten bspw. Einbussen in der Akustik hingenommen werden müssen.

Die Lüftung im Überblick

Lüftungstyp

Büro: Tangentiallüftung, Verbundlüftung mit CO2-Steuerung

Das Projekt in Zahlen

Baujahr

2014

EBF

32'210m2

Eigenstromproduktion

auf dem Dach

Heizung

Abwärmenutzung aus den IT/Elektroräume plus Erdwärmesonden-Wärmepumpe

Dämmung

Minergie-P

Zertifikat

BE-053-P-ECO

Bildergalerie

Beteiligte

Architekturbüro: Atelier 5, Bern
Gebäudetechnik: Ernst Basler+Partner, Zürich